Der amerikanische Traum

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Bruce Springsteen dröhnt aus den Boxen, das Fenster ist heruntergekurbelt, der Arm liegt locker auf der Tür, die Sonne scheint und der Fahrtwind zersaust die langen Haare und streichelt das bärtige Gesicht, das zur Hälfte von einer Ray Ban verdeckt wird. So oder so ähnlich stellen sich viele das Leben als Trucker im Land der unbegrenzten Möglichkeiten vor – der amerikanische Traum, zum Leben erweckt am Steuer eines 12-Tonners auf der Route 66 in Richtung Süden.

Fernfahrer sind Mangelware in den USA

In den USA herrscht Fachkräftemangel einer anderen Art: im Land der Freiheit sind Fernfahrer schwer gesucht. Denn obwohl der Trucker in den USA als „Rückgrat der Wirtschaft“ zählen, wollen viele junge Menschen nicht so lange von zuhause weg sein. Und natürlich sind auch die USA nicht das Paradies, das man sich gerne vorstellt. 11 Stunden je 14 Stunden darf ein Trucker in den USA fahren – deutlich längere Lenkzeiten als hier in Europa also. Der Hauptgrund hierfür wird sein, dass eine Arbeitswoche für Trucker in den USA nicht 40, sondern ganze 70 Stunden lang ist. Dazu kommt, dass die Fahrer pro Meile bezahlt werden und durch ein undurchsichtiges System aus Bonus-, Abschlagszahlungen und mehr Geld für eigenständiges Be- und Entladen oft nicht genau wissen, wie viel sie denn nun am Monatsende verdienen werden – selbst wenn sie mehrere tausend Meilen quer durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten gefahren sind.

Damit bleibt der amerikanische Traum für Trucker wohl genau das: ein Traum. Aber einen besseren Ruf als in Europa genießt der Trucker dort trotzdem.