Eine Geschichte der Lastenfahrzeuge aus aller Welt

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Egal in welches Land der Welt man schaut: der Transport großer Mengen an Waren war und ist schon immer ein Wunsch, eher ein Bedürfnis der Menschen. Vor allem natürlich für Händler war der Transport großer Mengen ihrer Güter von A nach B in möglichst wenig Zeit ein wichtiger Faktor, um Geschäfte zu machen. Als der deutsche Gottlieb Daimler 1896 in Stuttgart den ersten „Lieferungswagen“ mit einer Zuladung von 1,5 Tonnen Nutzlast präsentierte, war das eine Revolution für den Handel in Europa. Denn entgegen den bisher genutzten Pferdekutschen mussten beim Lieferungswagen keine Pferde ausgetauscht, gefüttert und versorgt werden – und das bei gleicher Geschwindigkeit.

Aber auch am anderen Ende der Welt fand man Mittel und Wege, um nicht auf das Pferd als Transportmittel zurückgreifen zu müssen. In Indien zum Beispiel wurden oft Ochsen vor den Karren gespannt. Denn der indische Wasserbüffel ist nicht nur sehr genügsam, sondern vor allem auch sehr stark. So konnten ohne Pferde, die in Indien außerdem sehr teuer waren, große Mengen an Nutzlast von A nach B transportiert werden.

In Nordafrika, vor allem in Ägypten und den großen Städten entlang des Nils, setzte man ebenfalls auf Büffel als Zugtier, kombinierte deren Kraft aber mit den Strömungen des Nils: Die Waren wurden auf ein Floß geladen, das per Seil mit mehreren am Ufer entlanglaufenden Büffeln verbunden wurde. Eine Person stand auf dem Floß um sicherzustellen, dass die Güter nicht ins Wasser fielen oder das Floß zu nah ans Ufer kam und kenterte. Eine weitere Person trieb die Ochsen und Büffel am Ufer an. So konnten vor allem Stromabwärts große Lasten mit relativ wenig Kraftaufwand transportiert werden.

Die Briten wiederum setzten bis dato auf ihre Erfindung von 1804 zum Warentransport: die Dampflokomotive. Und auch in Amerika war die Dampflok eines der wichtigsten Transportmittel für Mensch und Waren. Der Nachteil: damit die Lokomotive fahren konnte, mussten erst einmal entsprechend Schienen verlegt werden, auf der sie fahren konnte. Für ein relativ kleines Land wie England war der Ausbau des Schienennetzes machbar – im „wilden Westen“ der USA waren jedoch deutlich längere Schienenstrecken vonnöten, und diverse Bauarbeiter ließen bei der Fertigstellung des amerikanischen Schienennetzes ihr leben.

Letztendlich war Gottlieb Daimlers Erfindung ein logischer Schritt auf dem Weg der Industrialisierung, die vor allem in Europa zu diesem Zeitpunkt schon sehr fortgeschritten war.