LKW vs. Fernzug

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Für Spediteure und Versender stellt sich oft eine wichtige Frage: wenn ich meine Waren auf dem Landweg verschicken will, sollte ich dann auf einen LKW setzen oder doch einen Platz auf einem Fern- bzw. Güterzug buchen?

In beiden Fällen muss die Ware zu einem bestimmten Zeitpunkt zwar auf einen LKW verladen werden, im Falle des Fernzuges ist aber die zu fahrende Strecke per LKW im Normalfall etwas geringer. Aber was sind die Vor- und Nachteile des Transports via LKW, bzw. der Lieferung per Zug, vor allem auf langen Strecken? Wir haben uns informiert.

Vorteile des Transports per LKW

  • Flexibilität

Ein LKW ist nicht an Zugfahrpläne gebunden und muss im Falle einer Verspätung nicht auf den Anschlusszug warten. Außerdem kann ein LKW im Zweifel um eine Gefahrenstelle herumfahren – ein Zug muss stehen bleiben bis die Strecke wieder geräumt ist.

  • Weniger umladen

Prinzipiell muss ein LKW einmal beladen und einmal entladen werden: bei der Abfahrt und bei der Ankunft. Ein Zug wird normalerweise von einem LKW beliefert, die Ware muss also erst einmal vom LKW auf dem Zug umgeladen werden. Am Zielort muss die Ware dann wieder auf einen LKW verladen werden, der dann zum eigentlichen Endziel fährt, das der Zug oft nicht erreichen kann – was auch direkt zu Punkt drei überleitet:

  • Direkte Lieferwege

Ein LKW kann direkt vom Sender zum Empfänger fahren, ohne dabei auf Zwischenstationen umgeladen werden zu müssen.

Vorteile des Transports per Zug

  • Genaue Zeitangaben

Ein Zugfahrplan ist im Normalfall mehr oder weniger genau. Soll ein Zug also um 15:00 Uhr am Zielort ankommen können Sender und Empfänger davon ausgehen, dass die Ware auch um 15:00 Uhr am Zielbahnhof ankommt (und in den dort wartenden LKW verladen werden kann). Beim Transport per LKW sind unvorhersehbare Faktoren wie Stau nicht berechenbar.

  • Ein Zug hat keine Lenkzeiten

Ein LKW-Fahrer darf in Europa maximal viereinhalb Stunden am Stück fahren und muss dann 45 Minuten Pause machen. Nach maximal 9 Stunden pro Tag, bzw. zweimal die Kalenderwoche 10 Stunden, muss der Fahrer eine Ruhepause einlegen. Soll der LKW also durchfahren, müssen sich zwei Fahrer die lange Strecke teilen. Ein Zug kann auch 15 Stunden und durch die Nacht fahren, ohne dass er unterwegs eine längere Pause einlegen müsste

  • Der Zug fährt auch halb voll

Ein LKW sollte oft maximal beladen sein, andernfalls muss der Sender einen höheren Preis zahlen wenn ein LKW halb leer fahren soll. Ein Zug fährt in jedem Fall – egal ob komplett ausgebucht oder halb leer.